Nur von der Erlösung kann man sagen, dass sie heilt.

1. 1»Heilmittel« ist ein Wort, das
auf keine Arznei angewendet werden kann, die die Welt als nützlich akzeptiert. 2Was
die Welt als therapeutisch wahrnimmt, ist nur etwas, was den Körper »besser«
macht. 3Wenn sie versucht, den Geist zu heilen, dann sieht sie
diesen nicht getrennt vom Körper, in dem der Geist, so denkt sie, existiert. 4Ihre
Formen der Heilung müssen daher Illusion durch Illusion ersetzen. 5Ein
Glaube an die Krankheit nimmt eine andere Form an, und so betrachtet der
Patient sich nunmehr als gesund.

2. 1Er ist nicht geheilt. 2Er
hatte bloß einen Traum, dass er krank war, und im Traum fand er eine magische
Formel, um sich gesund zu machen. 3Er ist jedoch nicht aus dem Traum
erwacht, und deshalb bleibt sein Geist genauso, wie er vorher war. 4Er
sah das Licht nicht, das ihn wecken und den Traum beenden würde. 5Welchen
Unterschied macht der Inhalt eines Traumes in Wirklichkeit? 6Entweder
schläft man, oder man ist wach. 7Dazwischen gibt es nichts.

3. 1Die glücklichen Träume, die
der Heilige Geist bringt, sind
anders als das Träumen der Welt, wo einer nur träumen kann, er sei wach. 2Die
Träume, welche die Vergebung den Geist wahrnehmen lässt, führen keine andere
Form von Schlaf herbei, sodass der Träumer einen anderen Traum träumt. 3Seine
glücklichen Träume sind Vorboten dafür, dass dem Geist die Wahrheit dämmert. 4Sie
führen aus dem Schlaf zu einem sanften Erwachen, sodass Träume vergangen sind. 5Und
somit heilen sie für alle Ewigkeit.

4. 1Die
Sühne heilt mit Gewissheit, und sie kuriert jede Krankheit. 2Denn
der Geist, der versteht, dass Krankheit nichts anderes sein kann als ein Traum,
lässt sich nicht von den Formen täuschen, die der Traum annehmen mag. 3Krankheit
kann nicht kommen, wo Schuld abwesend ist, denn sie ist nur eine andere Form
von Schuld. 4Die Sühne heilt
nicht die Kranken, denn dies ist keine Heilung. 5Sie nimmt die
Schuld weg, die die Krankheit möglich macht. 6Und dies ist wirklich
Heilung. 7Denn nun ist Krankheit vergangen, wobei nichts
übrigbleibt, zu dem sie wiederkehren kann.

5. 1Friede sei mit dir, der du in
Gott geheilt worden bist, und nicht in
nichtigen Träumen. 2Denn Heilung muss von Heiligkeit kommen, und
Heiligkeit kann nicht gefunden werden, wo Sünde lieb und teuer ist.
3Gott wohnt in heiligen Tempeln. 4Wo
die Sünde eingekehrt ist, da ist er ausgesperrt.
5Und dennoch gibt es keinen Ort, wo
er nicht ist. 6Und daher kann die Sünde kein
Zuhause haben, in dem sie sich vor seiner
Mildtätigkeit verstecken könnte. 7Es gibt keinen Ort, wo die
Heiligkeit nicht ist, und nirgends können Sünde und Krankheit verweilen.

6. 1Das ist der Gedanke, der
heilt. 2Er macht zwischen Unwirklichkeiten keinen Unterschied. 3Auch
sucht er nicht zu heilen, was nicht krank ist, dessen uneingedenk, wo Heilung
gebraucht wird. 4Dies ist keine Magie. 5Es ist lediglich
ein Appell an die Wahrheit, die nicht umhin kann, zu heilen und für immer zu
heilen. 6Es ist kein Gedanke, der eine Illusion nach ihrer Größe,
ihrem scheinbaren Ernst oder nach irgendetwas beurteilt, was sich auf die Form
bezieht, die sie annimmt. 7Er konzentriert sich lediglich auf das,
was ist, und erkennt, dass keine Illusion wirklich sein kann.

7. 1Wir wollen heute nicht das zu
heilen suchen, was nicht unter Krankheit leiden kann. 2Nach Heilung muss
dort gesucht werden, wo sie ist, und dann muss sie auf das, was krank ist,
angewendet werden, damit es geheilt werden kann. 3Es gibt kein
Heilmittel, das die Welt bereitstellt, das in irgendetwas eine Veränderung
bewirken kann. 4Der Geist, der Illusionen der Wahrheit überbringt,
wird wirklich verändert. 5Es gibt keine Veränderung außer dieser. 6Denn
wie kann sich eine Illusion von einer andern unterscheiden außer in
Eigenschaften, die keine Substanz, keine Wirklichkeit, keinen Kern haben und
nichts, was wahrhaft anders ist?

8. 1Heute versuchen wir, unser
Denken über die Quelle der Krankheit zu ändern, denn wir suchen ein Heilmittel
für alle Illusionen, nicht einen weiteren Wechsel unter ihnen. 2Wir
wollen heute versuchen, die Quelle der Heilung zu finden, die in unserem Geist
ist, weil unser Vater sie für uns
in ihn gelegt hat. 3Sie ist nicht weiter von uns entfernt als wir
selbst. 4Sie ist uns so nahe wie unsere eigenen Gedanken, so nahe, dass
sie unmöglich verloren gehen kann. 5Wir brauchen nur nach ihr zu
suchen, und sie muss gefunden werden.

9. 1Wir wollen uns heute nicht
durch das irreführen lassen, was uns als krank erscheint. 2Heute
gehen wir über Erscheinungen hinaus und erreichen die Quelle der Heilung, von
der nichts ausgenommen ist. 3Das wird uns in dem Maß gelingen, in
dem uns klar wird, dass es niemals eine bedeutsame Unterscheidung zwischen dem
geben kann, was unwahr ist, und dem, was gleichermaßen unwahr ist. 4Hier
gibt es keine Grade und keine Überzeugungen, dass das, was nicht existiert, in
einigen Formen wahrer als in andern ist. 5Sie sind allesamt falsch
und können geheilt werden, weil sie nicht wahr sind.

10. 1So legen wir denn unsere
Amulette, unsere Talismane und Arzneien, unsere Litaneien und magischen
Mittelchen weg, welche Form sie auch annehmen mögen. 2Wir wollen
still sein und auf die Stimme der
Heilung horchen, die alle Übel
als eins heilen und die geistige Gesundheit des
Sohnes Gottes wiederherstellen wird. 3Keine Stimme
außer dieser kann heilen. 4Heute
hören wir eine einzige Stimme, die
von Wahrheit zu uns spricht, wo alle
Illusionen enden und der Frieden in das ewige, ruhige Zuhause
Gottes wiederkehrt.

11. 1Wir erwachen, indem wir
ihn hören, und lassen
ihn zu Beginn des Tages fünf Minuten zu
uns sprechen, und wir beschließen den Tag, indem wir weitere fünf Minuten
hinhorchen, bevor wir schlafen gehen. 2Unsere einzige Vorbereitung
darauf ist die, dass wir unsere störenden Gedanken weglegen lassen, nicht
einzeln, sondern alle zusammen wie einen einzigen. 3Sie sind das Gleiche.
4Wir brauchen sie nicht anders zu machen und damit die Zeit
hinauszuzögern, in der wir unsern Vater zu
uns sprechen hören können. 5Wir hören
ihn jetzt. 6Wir kommen heute zu
ihm.

12. 1Mit nichts in unseren Händen,
woran wir uns klammern könnten, mit erhobenem Herzen und einem horchenden Geist
beten wir:

2Nur von der Erlösung kann man sagen, dass sie heilt.
3Sprich zu uns, Vater, damit wir geheilt
sein mögen.

4Und wir werden
fühlen, wie die Erlösung uns mit sanftem Schutz und einem solchen tiefen Frieden
bedeckt, dass keine Illusion unseren Geist stören noch uns Beweise bieten kann,
dass sie wirklich ist. 5Das werden wir heute lernen. 6Und
wir werden unser Gebet um Heilung jede Stunde sagen und uns bei jedem
Stundenschlag eine Minute nehmen, um zu hören, wie uns die Antwort auf unser
Gebet gegeben wird, wenn wir in Schweigen und in Freude darauf achten. 7Dies
ist der Tag, an dem die Heilung zu uns kommt. 8Dies ist der Tag, an
dem die Trennung endet, und wir erinnern uns, wer
wir wirklich sind.