Meine Angriffsgedanken greifen meine Unverletzlichkeit an.

1. 1Es ist sicher offensichtlich, dass
du, wenn du angegriffen werden kannst, nicht unverletzlich bist. 2Du
siehst Angriff als eine wirkliche Bedrohung an. 3Das ist so, weil du
glaubst, dass du wirklich angreifen kannst. 4Und was durch dich
Wirkungen hat, muss auch auf dich Wirkungen haben. 5Es ist dieses
Gesetz, das dich letztlich erlösen wird, aber jetzt missbrauchst du es. 6Du
musst deshalb lernen, wie es zu deinem Besten genutzt werden kann statt
dagegen.

2. 1Weil deine Angriffsgedanken
projiziert werden, hast du Angst vor Angriff. 2Und wenn du Angst vor
Angriff hast, musst du glauben, dass du nicht unverletzlich bist. 3Angriffsgedanken
machen dich deshalb in deinem eigenen Geist verletzlich, dort, wo die
Angriffsgedanken sind. 4Angriffsgedanken und Unverletzlichkeit
können nicht gemeinsam akzeptiert werden. 5Sie widersprechen
einander.

3. 1Der heutige Leitgedanke führt
die Idee ein, dass du immer zuerst dich selbst angreifst. 2Wenn
Angriffsgedanken notgedrungen die Überzeugung nach sich ziehen, dass du
verletzlich bist, besteht ihre Wirkung darin, dich in deinen eigenen Augen zu
schwächen. 3Somit greifen sie deine eigene Wahrnehmung deiner selbst
an. 4Und weil du an sie glaubst, kannst du nicht mehr an dich selbst
glauben. 5Ein falsches Bild von dir nimmt nun den Platz dessen ein,
was du bist.

4. 1Den heutigen Leitgedanken zu
üben wird dir verstehen helfen, dass Verletzlichkeit und Unverletzlichkeit die
Folge deiner eigenen Gedanken sind. 2Nichts außer deinen Gedanken
kann dich angreifen. 3Nichts außer deinen Gedanken kann dich glauben
machen, dass du verletzlich bist. 4Und nichts außer deinen Gedanken
kann dir beweisen, dass dem nicht so ist.

5. 1Sechs Übungszeiten sind für
die Anwendung des heutigen Gedankens erforderlich. 2Volle zwei
Minuten sollten jeweils angestrebt werden, obwohl die Dauer auf eine Minute
verkürzt werden kann, wenn das Unbehagen zu groß ist. 3Verkürze sie
nicht weiter.

6. 1Die Übungszeit sollte mit der
Wiederholung des heutigen Leitgedankens beginnen; schließe dann deine Augen,
und schaue dir die ungelösten Fragen an, deren Ausgang dir Sorge bereitet. 2Die
Sorge kann die Form von Depression, Besorgnis, Ärger, Gefühlen der Belastung,
Angst, böser Vorahnung oder Befangenheit annehmen. 3Jedes noch
ungelöste Problem, das den Tag über immer wieder in deinen Gedanken
aufzutauchen neigt, eignet sich als Gegenstand. 4Du wirst nicht
imstande sein, sehr viele davon für jede einzelne Übungsperiode heranzuziehen,
weil jedem mehr Zeit als sonst gewidmet werden sollte. 5Der heutige
Gedanke sollte wie folgt angewendet werden:

7. 1Nenne zuerst die Situation:

2Ich mache mir Sorgen über _______ .

3Zähle dann jeden
möglichen Ausgang auf, der dir in diesem Zusammenhang in den Sinn gekommen ist
und Sorge bereitet hat, indem du dich konkret auf jeden einzelnen beziehst und
sagst:

4Ich habe Angst, dass _______ geschieht.

8. 1Wenn du die Übungen richtig
durchführst, solltest du ungefähr fünf oder sechs beunruhigende Möglichkeiten,
höchstwahrscheinlich mehr, für jede Situation verfügbar haben, die du
heranziehst. 2Es ist viel hilfreicher, ein paar Situationen
gründlich zu behandeln, als eine größere Anzahl nur anzureißen. 3Während
die Liste der erwarteten Ergebnisse für jede Situation länger wird, wirst du
wahrscheinlich einige davon – besonders solche, die dir gegen Ende einfallen – als
weniger annehmbar empfinden. 4Versuche jedoch, so gut du kannst, sie
alle gleich zu behandeln.

9. 1Nachdem du jedes Ergebnis
genannt hast, das dir Angst macht, sage dir:

2Dieser Gedanke ist ein Angriff auf mich selbst.

3Beschließe jede
Übungsperiode, indem du den heutigen Gedanken noch einmal für dich wiederholst.