Ich mache die Welt von allem los, wofür ich sie hielt.

1. 1Was außer deinen Überzeugungen
hält die Welt in Ketten? 2Und was außer deinem
Selbst kann die Welt erlösen? 3Überzeugungen
sind tatsächlich machtvoll. 4Die Gedanken, die du denkst, sind
mächtig, und Illusionen sind ebenso stark in ihren Wirkungen, wie es die
Wahrheit ist. 5Ein Irrer denkt, die Welt, die er sieht, sei
wirklich, und zweifelt sie nicht an. 6Noch lässt er sich davon
abbringen, wenn die Wirkungen seiner Gedanken hinterfragt werden. 7Erst
wenn ihre Quelle infrage gestellt wird, kommt die Hoffnung auf Freiheit endlich
zu ihm.

2. 1Und dennoch wird Erlösung
leicht erlangt, denn jedem steht es frei, anderen Geistes zu werden, und all
seine Gedanken ändern sich damit. 2Jetzt hat die Quelle der Gedanken
gewechselt, denn anderen Geistes werden bedeutet, dass du die Quelle aller
Gedanken, die du denkst oder je gedacht hast oder noch denken wirst, geändert
hast. 3Du befreist die Vergangenheit von dem, was du zuvor gedacht
hast. 4Du befreist die Zukunft von allen alten Gedanken der Suche
nach dem, was du nicht finden willst.

3. 1Die Gegenwart ist jetzt die
einzige Zeit, die übrig bleibt. 2Hier in der Gegenwart wird die Welt
befreit. 3Denn wenn du die Vergangenheit aufheben lässt und die
Zukunft von deinen alten Ängsten befreist, findest du Entrinnen und schenkst es
der Welt. 4Du hast die Welt versklavt mit allen deinen Ängsten, mit
deinen Zweifeln, deinem Elend, deinem Schmerz und deinen Tränen; und all dein
Kummer lastet auf ihr und macht sie weiter zur Gefangenen deiner Überzeugungen.
5Und überall trifft sie der Tod, weil du die bitteren Gedanken des
Todes in deinem Geiste hältst.

4. 1Die Welt an sich ist nichts. 2Dein
Geist muss ihr Bedeutung geben. 3Und was du in ihr siehst, sind
deine Wünsche, ausagiert, damit du sie anschauen und sie für wirklich halten
kannst. 4Vielleicht meinst du, nicht du habest die Welt gemacht,
sondern du seist ungewollt an einen Ort gekommen, der bereits gemacht war und
schwerlich darauf gewartet hat, dass deine Gedanken ihm Bedeutung geben. 5In
Wahrheit aber hast du genau das vorgefunden, wonach du Ausschau hieltest, als
du kamst.

5. 1Es gibt keine Welt losgelöst
von deinen Wünschen, und darin liegt deine letztendliche Befreiung. 2Du
brauchst nur dein Denken über das zu ändern, was du sehen willst, und die ganze
Welt muss sich entsprechend auch verändern. 3Ideen verlassen ihre
Quelle nicht. 4Dieses zentrale Thema ist oft im Textbuch vorgetragen
worden, und du musst es dir vor Augen halten, wenn du die heutige Lektion
verstehen willst. 5Es ist nicht Stolz, der dir sagt, dass du die
Welt gemacht hast, die du siehst, und dass sie sich verändert, wenn du anderen
Geistes wirst.

6. 1Stolz aber ist es, der
behauptet, du seist in eine Welt gekommen, die ganz getrennt von dir ist, die
unzugänglich ist für deine Gedanken und völlig unabhängig davon, was du
zufällig von ihr denkst. 2Es gibt keine Welt! 3Das ist
der zentrale Gedanke, den der Kurs zu lehren versucht. 4Nicht jeder
ist bereit, ihn anzunehmen, und jeder muss so weit gehen, wie er sich auf dem
Weg zur Wahrheit führen lassen kann. 5Er wird wiederkehren und noch
weiter gehen oder vielleicht eine Weile zurücktreten, um dann wiederzukehren.

7. 1Heilen aber ist die Gabe
derer, die bereit sind zu lernen, dass es keine Welt gibt, und die diese
Lektion jetzt akzeptieren können. 2Ihre Bereitschaft wird die
Lektion in einer Form zu ihnen bringen, die sie begreifen und verstehen können.
3Manche erfassen sie plötzlich auf dem Sterbebett, und sie erheben
sich, um sie zu lehren. 4Andere finden sie in einer Erfahrung, die
nicht von dieser Welt ist und ihnen zeigt, dass die Welt nicht existiert, denn
was sie sehen, muss die Wahrheit sein, und dennoch widerspricht es deutlich
dieser Welt.

8. 1Andere wieder finden sie in
diesem Kurs und in den Übungen, die wir heute durchführen. 2Der
heutige Gedanke ist wahr, weil die Welt nicht existiert. 3Und wenn
sie tatsächlich deine Einbildung ist, dann kannst du sie von alledem losmachen,
für das du sie je hieltest, indem du einfach alle Gedanken änderst, die ihr
diese Erscheinungen verliehen haben. 4Kranke werden geheilt, wenn du
jeden Gedanken an Krankheit loslässt, und Tote stehen auf, wenn du Gedanken an
das Leben alle Gedanken ersetzen lässt, die du je über den Tod gedacht hast.

9. 1Eine Lektion, die wir schon
früher einmal wiederholten, muss jetzt noch einmal unterstrichen werden, denn
in ihr liegt das feste Fundament für den heutigen Gedanken. 2Du
bist, wie Gott dich schuf. 3Da
ist kein Ort, an dem du leiden kannst, und keine Zeit, die Veränderung in
deinen ewigen Zustand bringen kann. 4Wie kann eine Welt von Zeit und
Ort denn existieren, wenn du so bleibst, wie Gott
dich schuf?

10. 1Was sonst ist unsere heutige
Lektion als eine andere Art zu sagen, dass dein
Selbst erkennen die Welt erlösen heißt? 2Die Welt
von jeder Art des Schmerzes zu befreien heißt nur, dein Denken über dich zu
ändern. 3Es gibt keine von deinen Ideen unabhängige Welt, weil Ideen
ihre Quelle nicht verlassen und du die Welt in deinem eigenen Geist gedanklich
aufrechterhältst.

11. 1Wenn du jedoch so bist, wie
Gott dich schuf, kannst du nicht
getrennt von ihm denken und
nichts machen, was seine Zeitlosigkeit
und Liebe nicht teilt. 2Gehören
diese zu der Welt, die du jetzt siehst? 3Erschafft sie wie
er? 4Wenn dieses nicht der
Fall ist, ist sie nicht wirklich und kann überhaupt nicht sein. 5Wenn du
wirklich bist, ist die Welt, die du siehst, falsch, denn
Gottes Schöpfung ist in jeder Weise
anders als die Welt. 6Und wie es sein
Gedanke

war, durch den du erschaffen wurdest, so sind es deine Gedanken,
die sie gemacht haben und sie befreien müssen, damit du die
Gedanken erkennen kannst, die du mit
Gott teilst.

12. 1Befreie die Welt! 2Deine
wahren Schöpfungen warten auf diese Befreiung, um dir die Vaterschaft zu geben,
nicht von Illusionen, sondern wie Gott in
Wahrheit. 3Gott teilt
seine Vaterschaft mit dir, der du
sein Sohn bist, denn
er trifft keine Unterscheidungen darin,
was er selbst ist und was immer
noch er selbst ist. 4Was
er erschafft, ist von
ihm nicht getrennt, und nirgends hört
der Vater auf, beginnt der
Sohn, als etwas von
ihm Separates.

13. 1Es gibt keine Welt, weil sie
ein Gedanke ist, der getrennt von Gott ist
und dazu gemacht, Vater und
Sohn zu trennen und einen Teil von
Gott selbst loszubrechen, um so
seine Ganzheit zu zerstören. 2Kann
eine Welt, die aus dieser Idee stammt, denn wirklich sein? 3Kann sie
irgendwo sein? 4Leugne Illusionen, aber nimm die Wahrheit an. 5Leugne,
dass du ein Schatten bist, flüchtig auf eine sterbende Welt geworfen. 6Befreie
deinen Geist, und du wirst eine befreite Welt erblicken.

14. 1Heute zielen wir darauf ab,
die Welt von allen nichtigen Gedanken zu befreien, die wir jemals über sie
hegten und über alle Lebewesen, die wir auf ihr sehen. 2Sie können
nicht dort sein. 3Ebenso wenig wie wir. 4Denn wir
befinden uns in der Wohnstatt, die unser Vater
uns bereitet hat, zugleich mit ihnen. 5Und wir, die wir so
sind, wie er uns schuf, möchten
die Welt an diesem Tag losmachen von einer jeden unserer Illusionen, damit wir
frei sein mögen.

15. 1Fange die fünfzehnminütigen
Übungszeiten, die wir heute zweimal durchführen, so an:

2Ich,
der ich bleibe, so wie Gott mich
schuf, möchte die Welt von allem losmachen, wofür ich sie hielt. 3Denn
ich bin wirklich, weil die Welt es nicht ist, und möchte meine eigene
Wirklichkeit erkennen.

4Bleibe dann einfach
ruhig, wach, aber nicht angestrengt, und lasse deinen Geist still verändert
werden, damit die Welt befreit wird, mit dir gemeinsam.

16. 1Du brauchst nicht zu
bemerken, dass Heilung vielen deiner Brüder zuteilwird, solchen, die fern sind
in der Welt, und solchen, die du in deiner Nähe siehst, wenn du diese Gedanken
ausschickst, um die Welt zu segnen. 2Du wirst aber deine eigene
Befreiung spüren, auch wenn du noch nicht voll und ganz verstehen magst, dass
du niemals allein befreit werden könntest.

17. 1Mehre tagsüber die Freiheit,
die durch deine Gedanken in alle Welt gesandt wird, und sage jedes Mal, wenn du
versucht bist, die Macht deines einfachen Geisteswandels zu verleugnen:

2Ich mache die Welt von allem los, wofür ich sie hielt, und wähle meine eigene
Wirklichkeit an ihrer statt.