Es gibt keinen Frieden außer dem Frieden Gottes.

1. 1Suche nicht weiter. 2Du
wirst keinen Frieden finden außer dem Frieden Gottes.
3Nimm diese Tatsache an, und erspare dir die Seelenqual weiterer
bitterer Enttäuschungen, nackter Verzweiflung und das Gefühl von eisiger
Hoffnungslosigkeit und Zweifel. 4Suche nicht weiter. 5Es
gibt nichts anderes für dich zu finden außer dem Frieden
Gottes, es sei denn, du suchtest nach
Elend und nach Schmerz.

2. 1Dies ist der Schlusspunkt, zu
dem ein jeder schließlich kommen muss, um alle Hoffnung wegzulegen, das Glück
dort zu finden, wo keines ist, durch das erlöst zu werden, was nur verletzen
kann, aus Chaos Frieden, aus Schmerz Freude und aus der Hölle den
Himmel zu machen. 2Versuche
nicht mehr, durch Verlust zu gewinnen noch zu sterben, um zu leben. 3Du
kannst dabei nur um Niederlagen bitten.

3. 1Und doch kannst du genauso leicht
um Liebe, Glück und ewiges Leben bitten, in einem Frieden, der kein Ende hat. 2Bitte
um dies, und du kannst nur gewinnen. 3Um das zu bitten, was du
bereits hast, muss gelingen. 4Zu bitten, dass das, was falsch ist,
wahr sein soll, kann nur misslingen. 5Vergib dir deine müßigen
Einbildungen, und suche nicht länger, was du nicht finden kannst. 6Was
könnte denn törichter sein, als die Hölle zu suchen, zu suchen und noch einmal
zu suchen, wenn du nur mit offenen Augen zu schauen brauchst, um festzustellen,
dass der Himmel vor dir liegt,
hinter einer Tür, die sich leicht öffnet und dich willkommen heißt?

4. 1Komm heim. 2Du hast
dein Glück an fremden Orten und in fremden Formen, die keinerlei Bedeutung für
dich haben, nicht gefunden, obschon du sie bedeutungsvoll zu machen suchtest. 3Es
ist nicht diese Welt, wo du hingehörst. 4Du bist ein Fremder hier. 5Doch
ist es dir gegeben, die Mittel zu finden, wodurch die Welt nicht länger mehr
ein Kerkerhaus oder ein Gefängnis für irgendjemanden zu sein scheint.

5. 1Freiheit ist dir gegeben, wo
du nichts als Ketten und eiserne Türen sahst. 2Doch musst du dein
Denken ändern über den Sinn und Zweck der Welt, wenn du Entrinnen finden
willst. 3Du wirst so lange gebunden sein, bis du die ganze Welt
gesegnet siehst und bis ein jeder von deinen Fehlern befreit worden ist und so
geehrt wird, wie er ist. 4Du hast ihn nicht gemacht und dich genauso
wenig. 5Und indem du den einen befreist, wird der andere so
angenommen, wie er ist.

6. 1Was tut die Vergebung? 2In
Wahrheit hat sie keinerlei Funktion und tut gar nichts. 3Denn im
Himmel ist sie unbekannt. 4Es
ist nur die Hölle, wo sie gebraucht wird und eine mächtige Funktion erfüllen muss.
5Ist das Entrinnen von Gottes
geliebtem Sohn aus bösen
Träumen, die er sich einbildet und doch für wahr hält, kein würdiger Zweck? 6Wer
könnte mehr erhoffen, solange es so aussieht, als hätte er eine Wahl zwischen
Erfolg und Misserfolg, Liebe und Angst zu treffen?

7. 1Es gibt keinen Frieden außer
dem Frieden Gottes, weil
er einen
Sohn hat, der keine Welt machen kann, die in Opposition zu
Gottes Willen und zu seinem eignen
steht, der derselbe wie der seine ist.
2Was könnte er in einer solchen Welt zu finden hoffen? 3Sie
kann keine Wirklichkeit haben, weil sie nie erschaffen wurde. 4Will
er hier den Frieden suchen? 5Oder muss er sehen, dass die Welt, wie
er sie anschaut, nur täuschen kann? 6Doch kann er lernen, sie auf
eine andere Weise zu betrachten, und so den Frieden
Gottes finden.

8. 1Der Frieden ist die Brücke,
die ein jeder überqueren wird, um diese Welt zurückzulassen. 2Doch
beginnt der Frieden innerhalb der Welt, die als anders wahrgenommen wird, und
führt von dieser neuen Wahrnehmung zur Himmelspforte
und zum Weg dahinter. 3Frieden ist die Antwort auf miteinander in
Konflikt stehende Ziele, auf sinnlose Reisen, auf fieberhaftes, eitles Trachten
und bedeutungsloses Mühen. 4Nun ist der Weg leicht und neigt sich
sanft der Brücke zu, wo Freiheit im Frieden Gottes
liegt.

9. 1Wir wollen heute unsern Weg
nicht noch einmal verlieren. 2Wir gehen zum
Himmel, und der Weg ist eben. 3Nur dann, wenn wir
versuchen abzuschweifen, kann es Verzögerungen geben und kann Zeit auf
dornenvollen Seitenwegen unnötig vergeudet werden.
4Gott allein ist sicher, und
er wird unsere Schritte lenken.
5Er wird
seinen Sohn in der Not nicht verlassen und ihn auch nicht auf
immer in der Fremde irren lassen. 6Der
Vater ruft; der Sohn wird
hören. 7Und das ist alles, was an einer Welt ist, die von
Gott getrennt zu sein scheint und wo Körper
Wirklichkeit zu haben scheinen.

10. 1Nun herrscht Schweigen. 2Suche
nicht weiter. 3Du bist an einen Punkt gekommen, wo die Straße mit
Blättern aus falschen Wünschen übersät ist, gefallen von den Bäumen der
Hoffnungslosigkeit, die du vordem gesucht hast. 4Jetzt liegen sie am
Boden. 5Und du schaust auf und himmelwärts, wobei des Körpers Augen
dir nur einen Augenblick noch dienen. 6Schon ist der Frieden endlich
wahrgenommen, und du kannst spüren, wie seine sanfte Umarmung dein Herz und
deinen Geist umfängt mit Trost und Liebe.

11. 1Heute suchen wir keine
Götzen. 2Friede kann in ihnen nicht gefunden werden. 3Unser
ist der Frieden Gottes, und nur
diesen werden wir akzeptieren und haben wollen. 4Der Friede sei
heute mit uns. 5Denn wir haben einen einfachen, glücklichen Weg
gefunden, die Welt der Zweideutigkeit zu verlassen und unsere wechselhaften
Ziele und einsamen Träume durch einen einzigen ungeteilten Zweck und durch
Weggemeinschaft zu ersetzen. 6Denn Frieden ist Vereinigung, wenn er
von Gott ist. 7Wir suchen
nicht mehr weiter. 8Wir sind unserem Zuhause nahe und kommen ihm
noch etwas näher, immer wenn wir sagen:

9Es gibt keinen Frieden außer dem Frieden Gottes,
und ich
bin froh und dankbar, dass es so ist.