Durch Gnade lebe ich. Durch Gnade werde ich befreit.

1. 1Gnade ist ein Aspekt
der Liebe Gottes, der dem
Zustand, der in der Einheit der Wahrheit vorherrscht, am ähnlichsten ist. 2Sie
ist der Welt erhabenste Bestrebung, denn sie führt gänzlich über die Welt
hinaus. 3Sie liegt jenseits des Lernens und ist dennoch das Ziel des
Lernens, denn Gnade kann nicht kommen, solange sich der Geist nicht auf wahres
Annehmen vorbereitet. 4Gnade wird augenblicklich unvermeidlich in
jenen, die einen Tisch bereitet haben, auf dem sie sanft niedergelegt und
willig empfangen werden kann, einen Altar, der rein und heilig für die Gabe
ist.

2. 1Gnade ist das Annehmen
der Liebe Gottes in einer Welt
scheinbaren Hasses und scheinbarer Angst. 2Durch Gnade allein sind
Hass und Angst vergangen, denn Gnade bietet einen so gegensätzlichen Zustand zu
allem, was die Welt enthält, dass diejenigen, deren Geist durch die Gabe der Gnade
erleuchtet worden ist, nicht glauben können, dass die Welt der Angst wirklich
ist.

3. 1Gnade wird nicht
gelernt. 2Der letzte Schritt muss jedes Lernen übersteigen. 3Gnade
ist nicht das Ziel, welches zu erlangen dieser Kurs erstrebt. 4Jedoch
bereiten wir uns insofern auf die Gnade vor, als ein offener Geist den
Ruf zum Erwachen hören kann. 5Er
ist nicht fest verschlossen vor der Stimme
Gottes
. 6Er ist sich bewusst geworden, dass es Dinge gibt,
die er nicht erkennt, und ist somit bereit, einen Zustand zu akzeptieren, der
völlig anders ist als die Erfahrungen, die ihm wohlbekannt sind und vertraut.

4. 1Es sieht vielleicht so
aus, als hätten wir unserer Aussage widersprochen, die Offenbarung, dass der
Vater und der
Sohn eins sind, sei schon festgesetzt. 2Wir haben
aber auch gesagt, dass der Geist bestimmt, wann dieser Zeitpunkt sein wird, und
dies schon bestimmt hat. 3Und dennoch legen wir dir dringend nahe,
Zeugnis für das Wort Gottes abzulegen,
um die Erfahrung der Wahrheit und ihren Anbruch in jedem Geist zu
beschleunigen, der die Wirkungen der Wahrheit auf dich wahrnimmt.

5. 1Einssein ist einfach die Idee:
Gott ist. 2Und in
seinem Sein umfasst
er alle Dinge. 3Kein Geist
birgt irgendetwas außer ihm. 4Wir
sagen: »Gott ist«, und dann hören
wir auf zu sprechen, denn in dieser Erkenntnis sind Worte bedeutungslos. 5Da
sind keine Lippen, sie zu sprechen, und kein Teil des Geistes, der sich
genügend unterscheiden würde, um zu verspüren, dass ihm jetzt etwas bewusst
ist, was nicht er selber ist. 6Er hat sich vereint mit seiner
Quelle. 7Und wie die
Quelle selbst, so ist er
einfach.

6. 1Wir können überhaupt
nicht darüber sprechen oder schreiben, geschweige denn darüber denken. 2Es
kommt zu jedem Geist, wenn die totale Einsicht, dass sein Wille
Gottes Wille ist, vollständig gegeben
und vollständig empfangen worden ist. 3Es bringt den Geist in die
endlose Gegenwart zurück, wo Zukunft und Vergangenheit nicht vorstellbar sind. 4Es
liegt jenseits der Erlösung, jenseits aller Gedanken von Zeit, Vergebung und
dem heiligen Antlitz Christi. 5Der
Sohn Gottes ist einfach in seinem
Vater verschwunden, so wie sein
Vater in ihm. 6Die Welt ist
überhaupt nie gewesen. 7Die Ewigkeit bleibt ein konstanter Zustand.

7. 1Dies liegt jenseits der
Erfahrung, die wir zu beschleunigen suchen. 2Das Lehren und Lernen
von Vergebung aber bringt die Erfahrungen mit sich, die bezeugen, dass die Zeit
jetzt nahe ist, die der Geist selber bestimmt hat, um alles außer diesem
aufzugeben. 3Wir beschleunigen sie nicht, als wenn das, was du
anbieten wirst, vor ihm verborgen
wäre, der die Bedeutung der
Vergebung lehrt.

8. 1Alles Lernen war bereits in
seinem Geist, vollständig und
vollbracht. 2Er sah
alles, was die Zeit birgt, und gab es jedem Geist, dass ein jeder bestimmen
möge – von einem Punkt, an dem die Zeit beendet war –, wann er zur Offenbarung
und Ewigkeit befreit werde. 3Wir haben bereits mehrmals wiederholt, dass
du nur eine Reise unternimmst, die schon vorbei ist.

9. 1Denn Einssein muss hier sein. 2Welchen
Zeitpunkt auch der Geist für die Offenbarung festgesetzt hat, ist völlig
unerheblich für das, was ein konstanter Zustand sein muss, auf ewig, wie er
immer war, und der auf ewig bleiben wird, wie er jetzt ist. 3Wir
übernehmen lediglich die Rolle, die uns vor langem zugewiesen wurde und die
er als vollkommen erfüllt wahrnahm,
der das Drehbuch der Erlösung schrieb
in seines Schöpfers Namen und im
Namen des Sohnes seines Schöpfers.

10. 1Es ist nicht nötig, weiter
klarzustellen, was niemand in der Welt verstehen kann. 2Wenn die
Offenbarung deines Einsseins kommt, dann wird sie erkannt und voll und ganz
verstanden werden. 3Jetzt gibt es Arbeit zu verrichten, denn die,
die in der Zeit sind, können von Dingen, die über sie hinausgehen, sprechen und
auf Worte hören, die erklären, dass das, was noch geschehen wird, bereits
vergangen ist. 4Welche Bedeutung aber können die Worte denen
übermitteln, die immer noch die Stunden zählen und sich nach ihnen erheben,
arbeiten und schlafen gehen?

11. 1Mag es genügen, dass du
Arbeit zu verrichten hast, um deine Rolle zu spielen. 2Das Ende muss
für dich verschleiert bleiben, bis dein Teil getan ist. 3Es ist
nicht von Belang. 4Denn nach wie vor ist dein Teil das, wovon alles
Übrige abhängt. 5Indem du die dir zugewiesene Rolle übernimmst,
kommt die Erlösung jedem ungewissen Herzen ein wenig näher, das noch nicht mit
Gott im Gleichklang schlägt.

12. 1Vergebung ist das zentrale
Thema, das sich durch die Erlösung zieht, das alle ihre Teile in bedeutsamen
Beziehungen zueinander hält, den Lauf, den sie nimmt, ausgerichtet und ihr
Ergebnis sicher hält. 2Und nun bitten wir um Gnade, die letzte Gabe,
welche die Erlösung verleihen kann. 3Die Erfahrung, die die Gnade
uns vermittelt, wird in der Zeit ihr Ende haben, denn die Gnade ist der Vorbote
des Himmels, ersetzt jedoch den
Gedanken der Zeit nur eine kleine Weile.

13. 1Diese Spanne reicht aus. 2Genau
hierher werden Wunder hingelegt, um aus heiligen Augenblicken, die du durch
Gnade in deiner Erfahrung empfängst, von dir all jenen zurückgegeben zu werden,
die das Licht erblicken, das noch auf deinem Antlitz schimmert. 3Was
sonst ist das Antlitz Christi als
das Antlitz dessen, der einen Augenblick in die Zeitlosigkeit ging und eine
klare Widerspiegelung der Einheit, die er einen Augenblick verspürte,
zurückbrachte, um die Welt zu segnen? 4Wie könntest du sie endlich
für immer erreichen, während ein Teil von dir draußen bleibt, nicht erkennend,
unerweckt und deiner bedürftig als Zeuge für die Wahrheit?

14. 1Sei dankbar, dass du
zurückkehrst, wie du auch froh warst, einen Augenblick zu gehen, und nimm die
Gaben an, die die Gnade dir vermittelt hat. 2Du trägst sie zu dir
selbst zurück. 3Und die Offenbarung steht nicht weit dahinter. 4Ihr
Kommen ist gesichert. 5Wir bitten um Gnade und um die Erfahrung, die
aus der Gnade kommt. 6Wir heißen die Befreiung, die sie allen
bietet, willkommen. 7Wir bitten nicht um das, was nicht erbeten
werden kann. 8Wir blicken nicht über das hinaus, was die Gnade geben
kann. 9Denn dies können wir in der Gnade geben, die uns gegeben
wurde.

15. 1Unser heutiges Lernziel geht
nicht über dieses Gebet hinaus. 2Was aber könnte in der Welt mehr
sein als das, was wir an diesem Tag von ihm
erbitten, der die Gnade
gibt, um die wir bitten, wie sie ihm gegeben
wurde:

3Durch Gnade lebe ich. 4Durch Gnade werde ich befreit.
5Durch Gnade gebe ich. 6Durch Gnade werde ich befreien.