Die Welt, die ich sehe, birgt nichts, was ich will.

1. 1Die Welt, die du siehst, hat
dir nichts anzubieten, was du brauchst; weder etwas, was du in irgendeiner
Weise benutzen könntest, noch irgendetwas, was dazu diente, dir Freude zu
bereiten. 2Glaube diesen Gedanken, und dir bleiben Jahre des Elends,
zahllose Enttäuschungen und Hoffnungen erspart, aus denen bittere Asche der
Verzweiflung wird. 3Es gibt niemanden, der diesen Gedanken nicht als
wahr annehmen müsste, wenn er die Welt hinter sich lassen und sich über ihren
engen Horizont und ihr bedeutungsloses Treiben aufschwingen möchte.

2. 1Ein jedes Ding, das du hier
schätzt, ist nichts als eine Kette, die dich bindet an die Welt, und sie dient
keinem anderen Zweck als diesem. 2Denn alles muss dem Sinn und
Zwecke dienen, den du ihm gabst, bis du einen andern Zweck darin erblickst. 3Der
einzige Zweck, den diese Welt enthält und der deines Geistes würdig ist, ist
der, dass du an ihr vorbeigehst, ohne dich damit aufzuhalten, dort Hoffnung
wahrzunehmen, wo es keine gibt. 4Lass dich nicht länger täuschen. 5Die
Welt, die du siehst, enthält nichts, was du willst.

3. 1Entrinne heute den Ketten, die
du deinem Geist auferlegst, wenn du die Erlösung hier siehst. 2Denn
was du wertschätzt, machst du zu einem Teil von dir, so wie du dich selbst
wahrnimmst. 3Alle Dinge, die du suchst, um deinen Wert in deinen Augen
zu erhöhen, begrenzen dich nur noch mehr, verbergen deinen Wert vor dir und
fügen eine weitere Sperre vor der Tür hinzu, die zum wahren Gewahrsein deines
Selbst führt.

4. 1Lass nichts, was mit
Körpergedanken in Verbindung steht, deinen Fortschritt zur Erlösung verzögern,
noch lasse dich zurückhalten von der Versuchung, zu glauben, dass die Welt irgendetwas
berge, was du wollen könntest. 2Hier gibt es nichts zu hegen. 3Nichts
hier ist auch nur einen Augenblick des Aufschubs und des Leides wert, einen
Moment der Ungewissheit und des Zweifels. 4Wertlose Dinge haben
nichts zu bieten. 5Und Wertgewissheit kann nicht in Wertlosigkeit
gefunden werden.

5. 1Heute üben wir, jeden Gedanken
an die Werte loszulassen, die wir der Welt verliehen haben. 2Wir
lassen sie frei von jedem Zweck zurück, den wir ihren Aspekten, ihren Phasen
und ihren Träumen gaben. 3Wir halten sie uns ohne Zweck vor Augen
und machen sie von allem frei, was sie nach unseren Wünschen sein soll. 4Auf
diese Weise lösen wir die Ketten, die das Tor zur Freiheit versperren, von der
Welt und schreiten über alle kleinen Werte und minderen Ziele hinaus.

6. 1Halte inne, und sei eine
kleine Weile still, und sieh, wie weit du dich über die Welt erhebst, wenn du
deinen Geist von den Ketten befreist und ihn die Ebene suchen lässt, auf der er
sich zu Hause fühlt. 2Er wird dankbar sein, eine Weile frei zu sein.
3Er weiß, wohin er gehört. 4Mache nur seine Flügel frei,
und er wird mit Unbeirrbarkeit und Freude dahinfliegen, um sich mit seinem
heiligen Zweck zu verbinden. 5Lass ihn in seinem
Schöpfer ruhen, damit er der
Gesundheit, Freiheit und Liebe zurückerstattet werde.

7. 1Gib ihm heute dreimal zehn
Minuten der Rast und Ruhe. 2Und wenn du danach deine Augen öffnest,
wirst du alledem, was du erblickst, nicht mehr so viel Wert beimessen wie
zuvor. 3Deine ganze Betrachtungsweise der Welt wird sich ein klein
wenig verschieben, jedes Mal, wenn du deinen Geist sich seiner Ketten
entledigen lässt. 4Nicht die Welt ist es, wo er hingehört. 5Und
du gehörst dorthin, wo er gerne wäre und wo er hingeht, um zu ruhen, wenn du
ihn von der Welt befreist. 6Dein Führer
ist gewiss. 7Öffne ihm
deinen Geist. 8Sei still und ruhe.

8. 1Schütze deinen Geist auch
tagsüber. 2Und wenn du denkst, du sähest irgendeinen Wert in einem
Aspekt oder einem Bild der Welt, dann lehne es ab, deinem Geist diese Ketten
anzulegen, und sage dir vielmehr selbst mit ruhiger Gewissheit:

3Dies wird mich nicht verlocken, mich aufzuhalten.
4Die Welt, die ich sehe, birgt nichts, was ich will.