Der Himmel ist die Entscheidung, die ich treffen muss.

1. 1In dieser Welt ist der
Himmel eine Wahl, weil wir hier
glauben, es gebe Alternativen, zwischen denen wir wählen können. 2Wir
meinen, alle Dinge hätten ein Gegenteil, und was wir wollen, wählen wir. 3Wenn
der Himmel existiert, muss es
auch eine Hölle geben, denn Widerspruch ist die Art und Weise, wie wir das
machen, was wir wahrnehmen und wovon wir denken, es sei wirklich.

2. 1Die Schöpfung kennt kein
Gegenteil. 2Doch hier gehört der Gegensatz zum »Wirklichsein«. 3Gerade
diese merkwürdige Wahrnehmung der Wahrheit lässt die Wahl des
Himmels als das gleiche erscheinen wie
das Aufgeben der Hölle. 4Es ist nicht wirklich so. 5Was
aber in der Schöpfung Gottes wahr
ist, kann hier so lange keinen Einlass finden, bis es in irgendeiner Form sich
spiegelt, die die Welt verstehen kann. 6Die Wahrheit kann nicht
dorthin kommen, wo sie nur mit Angst wahrgenommen werden könnte. 7Denn
dies wäre der Irrtum, die Wahrheit lasse sich den Illusionen überbringen. 8Widerstand
macht die Wahrheit unwillkommen, und sie kann nicht kommen.

3. 1Wählen ist das offensichtliche
Entrinnen aus dem, was wie Gegensätze erscheint. 2Eine Entscheidung lässt
eines von miteinander in Konflikt stehenden Zielen zu jenem werden, dem Mühe
und zeitlicher Aufwand gelten. 3Ohne Entscheidung ist die Zeit bloß
verschwendet und die Mühe vergeudet. 4Sie wird aufgewendet, ohne
etwas einzubringen, und die Zeit verstreicht ergebnislos. 5Da ist
kein Empfinden von Gewinn, denn nichts wird erreicht und nichts gelernt.

4. 1Du musst daran erinnert
werden, dass du glaubst, du sähest dich Tausenden von Wahlmöglichkeiten
gegenüber, wo eigentlich nur eine einzige Wahl zu treffen ist. 2Und
selbst diese scheint nur eine Wahl zu sein. 3Verwirre dich
nicht mit all den Zweifeln, die Myriaden von Entscheidungen auslösen würden. 4Du
triffst nur eine. 5Und wenn diese eine getroffen ist, wirst du
wahrnehmen, dass es gar keine Wahl war. 6Denn die Wahrheit ist wahr,
und nichts sonst ist wahr. 7Es gibt kein Gegenteil, das du stattdessen
wählen könntest. 8Es gibt keinen Widerspruch zur Wahrheit.

5. 1Wählen hängt von Lernen ab. 2Und
die Wahrheit kann nicht gelernt, sondern nur wiedererkannt werden. 3Im
Wiedererkennen liegt, dass sie angenommen wird, und indem sie angenommen wird,
wird sie erkannt. 4Doch die Erkenntnis liegt jenseits der Ziele, die
wir im Rahmen dieses Kurses zu lehren suchen. 5Unsere Ziele sind
Lehrziele, die du dadurch erreichst, dass du lernst, wie du sie erlangen
kannst, was sie sind und was sie dir anbieten. 6Entscheidungen sind
das Ergebnis deines Lernens, denn sie beruhen auf dem, was du als die Wahrheit
über das, was du bist und was deine Bedürfnisse sein müssen, akzeptiert hast.

6. 1In dieser wahnsinnig
komplizierten Welt scheint der Himmel die
Form einer Wahlmöglichkeit anzunehmen, anstatt einfach zu sein, was er ist. 2Von
allen Entscheidungen, die zu treffen du versucht hast, ist dies die einfachste,
endgültigste und der Prototyp für alle übrigen, die eine, die sämtliche
Entscheidungen festlegt. 3Wenn du die übrigen entscheiden könntest,
bleibt diese eine dennoch ungelöst. 4Doch wenn du diese eine löst,
dann sind die anderen mit ihr gelöst, denn sämtliche Entscheidungen verbergen,
indem sie verschiedene Formen annehmen, nur diese eine. 5Hier ist
die letzte und einzige Wahl, in der die Wahrheit akzeptiert oder verleugnet
wird.

7. 1So beginnen wir denn heute
damit, über die Wahl nachzudenken, bei der die Zeit uns helfen soll, denn dafür
wurde sie gemacht. 2Das ist ihr heiliger Sinn und Zweck, nun
umgewandelt aus der Intention, die du ihr gabst: dass sie ein Mittel sei, um
aufzuzeigen, dass die Hölle wirklich ist, dass Hoffnung sich in Verzweiflung
wandelt und das Leben selbst am Schluss vom Tode überwältigt werden muss. 3Im
Tod allein werden die Gegensätze aufgelöst, denn Gegensätzlichkeit beenden
heißt sterben. 4Somit muss die Erlösung als Tod gesehen werden, denn
Leben wird als Konflikt gesehen. 5Den Konflikt aufzulösen heißt,
auch dein Leben zu beenden.

8. 1Diese verrückten Überzeugungen
können einen unbewussten Einfluss von großer Intensität erlangen und den Geist
mit Schrecken und einer derart starken Angst umklammern, dass er seine
Vorstellungen über seinen eigenen Schutz nicht aufgibt. 2Er muss
gerettet werden vor der Erlösung, bedroht werden, um sicher zu sein, und
magisch gegen die Wahrheit gewappnet werden. 3Und diese
Entscheidungen werden unbewusst getroffen, um sie vor Störung sicher zu
bewahren, getrennt von Fragen und Vernunft und Zweifel.

9. 1Der
Himmel wird bewusst gewählt. 2Die Wahl kann nicht
getroffen werden, solange die Alternativen nicht korrekt gesehen und verstanden
werden. 3Alles, was in Schatten gehüllt ist, muss zum Verständnis
hochgehoben werden, damit es noch einmal beurteilt wird, diesmal mit des
Himmels Hilfe. 4Und alle
Fehler beim Beurteilen, die der Geist zuvor gemacht hat, stehen der
Berichtigung offen, während die Wahrheit sie als ursachlos entlässt. 5Jetzt
sind sie ohne Wirkungen. 6Sie können nicht verborgen werden, weil
ihre Nichtigkeit wahrgenommen wird.

10. 1Die bewusste Wahl des
Himmels ist so sicher, wie es das Ende
der Angst vor der Hölle ist, wenn sie von ihrem Schutzschild der Unbewusstheit
weg und ans Licht gehoben wird. 2Wer kann sich entscheiden zwischen
dem, was klar gesehen, und dem, was nicht wahrgenommen wird? 3Wem
jedoch kann es misslingen, eine Wahl zwischen zwei Alternativen zu treffen,
wenn nur die eine als wertvoll gesehen wird, die andere als ein durch und durch
wertloses Ding, als bloß eingebildete Quelle von Schuld und Schmerz? 4Wer
zögert, eine Wahl wie diese zu treffen? 5Und sollen wir zögern, die
Wahl heute zu treffen?

11. 1Wir treffen die Wahl für den
Himmel, wenn wir erwachen, und
verbringen fünf Minuten damit, uns zu vergewissern, dass wir die eine
Entscheidung getroffen haben, die vernünftig ist. 2Wir begreifen, dass
wir eine bewusste Wahl treffen zwischen dem, was Existenz hat, und dem, was
nichts anderes als nur die Erscheinung der Wahrheit hat. 3Sein
Pseudosein, dem überbracht, was wirklich ist, ist fadenscheinig und im Licht
durchsichtig. 4Es birgt jetzt keinen Schrecken mehr, denn was gewaltig,
rachsüchtig und vor Hass erbarmungslos gemacht worden war, verlangt nach
Dunkel, damit die Angst dort investiert werde. 5Jetzt wird es als
bloßer törichter, belangloser Fehler erkannt.

12. 1Bevor wir heute Abend
unsere Augen im Schlafe schließen, bekräftigen wir die Wahl, die wir jede
dazwischenliegende Stunde getroffen haben, noch einmal. 2Und nun
geben wir die letzten fünf Minuten, die wir heute wach sind, der Entscheidung
hin, mit der wir aufgewacht sind. 3Mit dem Vergehen jeder Stunde
haben wir in einer kurzen stillen Weile, die dem Erhalten der geistigen Gesundheit
hingegeben war, noch einmal unsere Wahl erklärt. 4Und schließlich
beenden wir den Tag mit Folgendem, indem wir anerkennen, dass wir nur das
wählen, was wir wollen:

5Der Himmel ist die Entscheidung, die
ich treffen muss. 6Ich treffe sie jetzt und werde nicht anderen
Geistes werden, weil er das Einzige ist, was ich will.