Alles, was ich gebe, wird mir selbst gegeben.

1. 1Der heutige Gedanke, dem Ego
und dem Denken der Welt vollkommen fremd, ist entscheidend für die Umkehrung
des Denkens, die dieser Kurs bewirken wird. 2Wenn du diese Aussage
glaubtest, dann würden vollständige Vergebung, Gewissheit des Ziels und sichere
Ausrichtung kein Problem darstellen. 3Du würdest das Mittel
verstehen, durch das die Erlösung zu dir kommt, und würdest nicht zögern, es
jetzt anzuwenden.

2. 1Lass uns betrachten, was du
statt dieser Idee tatsächlich glaubst. 2Es scheint dir, dass andere
Menschen getrennt von dir sind und fähig, sich in Weisen zu verhalten, die
keinen Einfluss auf dein Denken haben, was auch von dir auf sie bezogen gilt. 3Daher
hat deine Haltung keine Wirkung auf sie, und ihre Hilferufe stehen in keinerlei
Zusammenhang mit deinen eigenen. 4Des Weiteren denkst du, dass sie
sündigen können, ohne dass es die Wahrnehmung deiner selbst beeinflusst,
während du ein Urteil über ihre Sünde fällen und dabei von der Verurteilung
ausgenommen und in Frieden bleiben kannst.

3. 1Wenn du eine Sünde »vergibst«,
ziehst du daraus keinen unmittelbaren Nutzen. 2Du lässt
Barmherzigkeit einem Unwürdigen zukommen, nur um hervorzuheben, dass du besser
bist und auf einer höheren Stufe stehst als derjenige, dem du vergibst. 3Er
hat deine barmherzige Langmut nicht verdient, die du jemandem zukommen lässt,
der dieser Gabe unwürdig ist, weil seine Sünden ihn unter eine wahre
Ebenbürtigkeit mit dir haben sinken lassen. 4Er hat keinen Anspruch
auf deine Vergebung. 5Sie bietet ihm eine Gabe, kaum aber dir.

4. 1Somit ist Vergebung
grundsätzlich unvernünftig; eine barmherzige Laune ist sie, wohlwollend, jedoch
unverdient, eine Gabe, die manchmal gegeben und manchmal vorenthalten wird. 2Da
sie unverdient ist, ist es gerecht, sie vorzuenthalten, und es ist auch nicht
recht, dass du leiden solltest, wenn du sie vorenthältst. 3Die
Sünde, die du vergibst, ist nicht die deine. 4Jemand hat sie
begangen, der getrennt von dir ist. 5Und wenn du dich dann gnädig
zeigst ihm gegenüber, indem du ihm schenkst, was er nicht verdient, dann ist
diese Gabe ebenso wenig dein, wie es seine Sünde war.

5. 1Gesetzt, dies wäre wahr: Dann
gibt es keinen Boden, auf den Vergebung zuverlässig und gewiss sich stützen
kann. 2Eine Grille ist sie, bei der du manchmal dich entscheidest,
nachsichtig eine unverdiente Gnadenfrist zu gewähren. 3Doch bleibt
dir noch das Recht, den Sünder der gerechten Tilgung seiner Sünde nicht
entgehen zu lassen. 4Denkst du, der
Herr des Himmels ließe
zu, dass die Erlösung der Welt davon abhinge? 5Wäre
seine Sorge für dich nicht fürwahr
gering, hinge deine Erlösung von einer Laune ab?

6. 1Du verstehst die Vergebung
nicht. 2Wie du sie siehst, hältst du damit nur offenen Angriff in
Schach, ohne dass dies Berichtigung in deinem Geist erforderte. 3Wie
du sie wahrnimmst, kann sie dir keinen Frieden bringen. 4Sie ist kein
Mittel, dich davon zu befreien, was du in einem anderen als dir selbst siehst. 5Sie
hat die Macht nicht, deine Einheit mit ihm in deinem Bewusstsein
wiederherzustellen. 6Sie ist nicht das, was sie nach
Gottes Absicht für dich sein sollte.

7. 1Wenn du
ihm die Gabe nicht gegeben hast, um die
er dich bat, kannst du auch
seine Gaben nicht erfassen und denkst,
er habe sie dir nicht gegeben. 2Würde
er dich denn um eine Gabe bitten,
wenn sie nicht für dich wäre? 3Könnte
er sich mit leeren Gesten zufriedengeben und solch
unbedeutende Gaben als seines Sohnes würdig
erachten? 4Erlösung ist eine bessere Gabe als dies. 5Und
wahre Vergebung, das Mittel, durch welches sie erlangt wird, muss den Geist
heilen, der gibt, denn Geben ist Empfangen. 6Was unempfangen bleibt,
das wurde nicht gegeben; doch was gegeben wurde, muss empfangen worden sein.

8. 1Heute versuchen wir, die
Wahrheit zu verstehen, dass Geber und Empfänger derselbe sind. 2Du
wirst Hilfe brauchen, um dies für dich bedeutungsvoll zu machen, weil es deinen
gewohnten Gedanken derart fremd ist. 3Aber die
Hilfe, die du brauchst, ist da. 4Schenke
ihm heute dein Vertrauen, und
bitte ihn, dass
er dein Üben in der Wahrheit heute mit
dir teile. 5Und wenn du auch nur einen winzigen Schimmer davon
erhaschst, welche Befreiung in dem Gedanken liegt, den wir heute üben, dann ist
dies ein Tag der Herrlichkeit für die Welt.

9. 1Widme heute zweimal fünfzehn
Minuten dem Versuch, den Gedanken dieses Tages zu verstehen. 2Dieser
Gedanke ist es, durch den die Vergebung ihren angemessenen Platz einnimmt in
dem, was für dich Vorrang hat. 3Er ist der Gedanke, der deinen Geist
von jeder Sperre gegenüber dem Verständnis dessen, was Vergebung heißt, befreit
und dich erkennen lässt, welchen Wert sie für dich hat.

10. 1Schließe schweigend deine Augen
vor der Welt, die die Vergebung nicht versteht, und suche Zuflucht an dem
stillen Ort, wo die Gedanken verändert und falsche Überzeugungen abgelegt
werden. 2Wiederhole den heutigen Gedanken, und bitte um Hilfe, damit
du verstehst, was er wirklich bedeutet. 3Sei gewillt, dich belehren
zu lassen. 4Sei froh, die Stimme
der Wahrheit und der Heilung zu dir sprechen zu hören, und du wirst die
Worte, die er spricht, verstehen
und begreifen, dass er deine
Worte zu dir spricht.

11. 1Erinnere dich, sooft du kannst,
daran, dass du heute ein Ziel hast, ein Ziel, das diesen Tag für dich und alle
deine Brüder besonders wertvoll macht. 2Lass deinen Geist nicht
lange dieses Ziel vergessen, sondern sage dir:

3Alles,
was ich gebe, wird mir selbst gegeben. 4Die
Hilfe, die ich brauche, um zu lernen, dass dies wahr ist, ist
jetzt bei mir. 5Und ich will ihm
vertrauen.

6Verweile darauf einen
Augenblick in Stille, und öffne deinen Geist seiner
Berichtigung und seiner Liebe.
7Und was du von ihm hörst,
das wirst du glauben, denn was er gibt,
das wird von dir empfangen werden.