FAQ

Häufige Fragen über Ein Kurs in Wundern
Ein Kurs in Wundern ist nicht leicht. Er scheint in einer fremden Sprache zu sprechen und einen Dolmetscher zu benötigen. Seine Botschaften laufen vielen unserer Überzeugungen zuwider und fordern uns auf, uns der Auswirkungen unserer Gedanken stets bewusst zu sein. Auch dann, wenn der Inhalt auf Resonanz mit dem trifft, was wir für wahr halten, kann gelegentlich Widerstand gegen die Lehren auf-tauchen und als stichhaltiger Grund benutzt werden, um aufzugeben. Dieser Artikel geht auf Klagen ein, die uns erreicht haben. Wir möchten Sie dabei wissen lassen, dass Sie nicht allein sind, falls Sie frustrierende Erfahrungen mit dem Kurs gemacht haben!

Frage: Der Kurs ist kaum praktikabel! Ich möchte spezifische Anleitungen zu spezifischen Situationen, und alles, was er mir sagt, ist immer nur: vergebe, vergebe, vergebe!
Ja, der Kurs bietet keine tollen praktikablen Tipps zur Bewältigung unserer alltäglichen Probleme. Aber lassen Sie uns einmal den Prozess der Vergebung in seine Teile zerlegen und auf die Anleitung schauen, die der Kurs tatsächlich bereitstellt. Wenn wir uns die Details irgendeiner besonderen Situation anhören – sie sagte, er sagte, … also diese ganze Geschichte – hängen wir uns an diesen Details auf und kommen zu einigen ziemlich eindeutigen Schluss-folgerungen, was richtig und was falsch ist, wer ‚gut’ und wer ‚böse‘ ist. Und dann entscheiden wir über die Maßnahmen, die zu ergreifen sind, um die Situation zu bereinigen.
Mit anderen Worten, wir prüfen Mittel und Wege, die Situation zu meistern oder zu kontrollieren, um uns mit dem Geschehen besser zu fühlen. Das führt zu einer Linderung momentaner Angst oder Beklemmung. Auf diese Weise ‚haken‘ wir diese eine Situation ab und atmen erleichtert auf, und dann, siehe da, taucht sie in einer anderen Form oder irgendwo anders wieder auf! Der Grund, warum der Kurs nicht ‚praktisch‘ ist, liegt darin, dass er ein ‚Universalrezept‘ für all unsere Probleme liefert. All unsere Probleme entstammen einer Quelle, nämlich dass wir uns selbst als winzige Individuen in einem unfreundlichen Universum erleben, in dem wir Strategien entwickeln und kämpfen müssen, um zu überleben. Die Lösung dafür besteht darin, uns zu erinnern, dass wir eines Geistes sind und es keinen Mangel gibt.
Denken Sie einmal darüber nach – wenn wir erkennen würden, dass wir all unseren Entscheidungen vertrauen könnten, dass wir gar nichts falsch machen können und nur Entscheidungen treffen können, die uns von einem faszinierenden Abenteuer zum nächsten führen – was soll hieran nicht praktikabel sein? Der Kurs bittet uns zu vergeben, aber es geht bei der Bitte um Vergebung weniger um andere Leute und lästige Situationen als vielmehr um die vergessene Wahrheit unserer eigenen Unschuld und innewohnenden Macht.

Frage: Der Kurs sagt, dass die Welt, alles was in ihr geschieht, und sogar unsere Vorstellung, wer wir sind, eine Illusion ist. Warum soll man sich überhaupt noch um irgendetwas kümmern?
Sie haben durchaus recht; der Kurs sagt das, na und? Es ist allerdings so, dass dahinter noch etwas anderes steckt, wir existieren in einer körperlichen Form, und unsere Existenz auf diesem Planeten ist, soweit wir wissen, befristet. Wenn wir die Kursdefinition nehmen, was wahr und was Illusion ist (Wahrheit verändert sich niemals, und alles, was sich ändert, ist eine Illusion), dann folgt daraus, dass unsere vergängliche Existenz auf diesem Planeten eine Illusion ist. Der Zweck der Illusion ist, uns von dem, was wahr ist, abzulenken.
Was uns vielleicht wirklich Unbehagen bereitet, ist, dass – wenn wir akzeptieren, dass unser Leben auf diesem Planeten eine Illusion ist – unsere Gedanken von Sinn und Bedeutung verschwinden. Unsere Identität geht dahin, wir werden sozusagen das ‚Loch im Ringkuchen‘ und erleben eine Art Tod.
Uns wird mulmig, weil wir irgendwie „wer bin ich“ und „was bin ich“ verwechselt haben.
„Wer bin ich“ bezieht sich auf das, was ich mir so ausdenke, und das ändert sich dauernd. „Was bin ich“ kann sich niemals ändern und ist daher die Wahrheit. Wir machen das Wer, Gott erschafft das Was.
Wenn wir uns erlauben, unsere selbst-gestrickten Konzepte darüber loszu-lassen, wer wir sind, kann unsere wahre Funktion des Hierseins hervortreten. Unser Tipp, wenn man über die Bedeutung der Illusion und über den Sinn des Lebens nachgrübelt, lautet: einfach weniger denken, die Lektionen machen und schauen, was passiert. „Denke nur an dies: Du brauchst die Gedanken nicht zu glauben, du brauchst sie nicht anzunehmen, du brauchst sie nicht einmal willkommen zu heißen. Einigen darunter wirst du dich vielleicht aktiv widersetzen. Nichts von alledem spielt eine Rolle, noch wird es ihre Wirksamkeit vermindern. Erlaube dir aber nicht, bei der Anwendung der Gedanken, die das Übungsbuch enthält, Ausnahmen zu machen, und wende sie an, was auch immer deine Reaktionen auf diese Gedanken sein mögen. Nichts mehr als das ist erforderlich…. Du wirst nur gebeten, sie anzuwenden.“ (Ü-Einleitung.9:1-5).

Frage: Der Kurs spricht über Liebe und Glück, scheint mir aber die Tatsache zu ignorieren, dass nun einmal ‚schlechte‘ Sachen passieren.
In seiner reinen Form würde der Kurs sagen: a) Nichts (von all unseren Erfahrungen und dem, was wir daraus an Geschichten gemacht haben) geschah wirklich, weil wir in einem Traumzustand oder einer Illusion leben; b) Wenn wir jedoch glauben, diese Illusion sei wahr und sie entsprechend so erleben, so haben wir das, was immer wir erleben, machtvoll miterschaffen; und c) Es gibt weder gut noch schlecht.
Zunächst mag es schwierig sein, diese Grundsätze zu verstehen, weil sie sich so völlig unterscheiden von unserer gewohnten Art und Weise, die Welt zu betrachten. Man kann vielleicht noch leicht dahinsagen: „Mag sein, dass was dran ist“, wenn die Dinge in unserem Leben gerade gut laufen. Aber wenn wir etwas Schmerzhaftes erlitten haben, etwa den Verlust eines uns nahestehenden Menschen, oder eine Enttäuschung oder Verrat in einer Beziehung, oder den Verlust eines Jobs, oder eine Krankheit, dann können diese Prinzipien schwer zu akzeptieren sein. „Denk weniger, mach die Lektionen und schau, was geschieht.“
Geradewegs vom Schmerz des Verlustes zum vernunftmäßigen Denken “es ist nichts geschehen“ hinüberzuwechseln ist nicht die Lösung. Wir existieren in einer menschlichen Form, und diese menschliche Form erlebt Schmerz. Wenn wir stattdessen mitfühlend mit unserem Schmerz im Einklang mit diesen Kursprinzipien vorgehen, kann und wird sich ein Verständnis von „wozu dient das?“ entwickeln.
„In jeder Situation, in der du unsicher bist, ist das Erste, was es zu bedenken gilt, ganz einfach: »Welches Ergebnis will ich? Wozu dient es?« “ (T-17.VI.2:1-2). Je mehr wir das praktizieren, umso mehr wächst unser Mitgefühl für andere und uns selbst.

Frage: Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, aber der Kurs spricht nicht über meine Gefühle, nur über meine Gedanken.
Das ist in der Tat eine schwierige Frage, weil wir mit sehr feinen Empfangssystemen ausgestattet sind, oder dem, was Eckhart Tolle den ‚Schmerzkörper‘ nennen würde. Therapeuten benutzen oft eine psychologische Technik namens KVT (Kognitive Verhaltenstherapie), um Menschen zu helfen, auf Gedanken zu schauen, die negative Gefühle erzeugen. Die Theorie besagt, dass, ist erst einmal der Gedanke identifiziert, der das Gefühl erzeugt, wir in der Lage sind, den Gedanken zu ändern und somit das Gefühl.
Der Kurs vertritt exakt denselben methodischen Ansatz. In verkürzter Form würde der Kurs sagen: „Nicht, was geschehen ist, ist der Grund dafür, dass du in irgendeiner Form Schmerz fühlst – es ist die Bedeutung, die du dieser Erfahrung gegeben hast.“ Der Kurs erörtert weder das Gefühl noch unterstellt er, dass wir mit unseren Gefühlen falsch sind. Er sagt einfach, dass wir uns entscheiden können, entweder Liebe zu erleben oder Angst. All unsere Emotionen sind Variationen dieser beiden Zustände und das Endergebnis des Weges, den wir dahingehend auswählen, wie wir auf das, was in der jeweiligen Situation geschehen ist, schauen wollen.
Wenn wir wählen, die Welt und unsere Erfahrungen durch die Augen der Liebe zu betrachten, erleben wir die ‚guten‘ Gefühle. Wenn wir wählen, die Welt stattdessen durch die Augen der Angst zu sehen, bekommen wir die ’schlechten‘ Gefühle. Liebe ist neugierig, Angst hält fest (Anm.: ‚Love is curious, fear is certain.‘). Wenn wir eine gerade auftauchende negative Emotion als Eingangstor zur Wurzel des Problems nutzen, so können wir etwas finden, was der Kurs einen ‚lieblosen‘ Gedanken nennt. Wir bringen diesen Gedanken in unser Bewusstsein, erkennen an, dass dieser Gedanke die Quelle des Schmerzes ist, den wir erleben, und berichtigen dann den Gedanken. Das ist wahre Vergebung. Werden wir nun etwa gefoltert, wenn wir es nicht schaffen, diese Quelle der Vernunft freilegen zu können? Keineswegs! Das Universum (Heiliger Geist) wartet geduldig, bis wir bereit sind, „anderen Geistes zu werden“.

Frage: Manchmal fühle ich mich wie ein schlechter Schüler, weil ich nicht immer glücklich bin; ich rege mich auf und erlebe körperlichen Schmerz und Angst.
Das Studium von Ein Kurs in Wundern ist ein kontinuierlicher, dynamischer Weg, der kein einmaliges oder starres Ergebnis hat. (Ergänz. von mir: ‚… in der Welt der Form‘). „Wir haben noch niemanden getroffen, der ständig in einem Zustand von Liebe und Vergebung ist.“
Manchmal ‚haben wir’s kapiert‘ und kriegen es hin, das Leben mit einer Haltung der Liebe anzuschauen, und manchmal nicht. Der Kurs ist eine stetige und sanfte Erinnerung daran, was wir über uns selbst vergessen haben. Es gibt keine Zeitachse. Es erfolgt keine Bestrafung, wenn wir unser Ziel aus den Augen verlieren.
Wir haben noch niemanden getroffen, der in der Lage ist, stets in einem Zustand von Liebe und Vergebung zu sein. Wenn man das wäre, gäbe es nichts zu lernen, und es gäbe überhaupt keinen Bedarf mehr für den Kurs. Wenn Sie beschließen, den Kurs in Ihr Leben hineinzubringen, mit dem hauptsächlichen Ziel, alles zu heilen, was nicht Liebe ist, bedingt das, dass Sie sich manchmal schlecht fühlen oder ärgerlich sind, und dann offen dafür sind, was alles an Gedanken aufkommt, die diese Gefühle erzeugen, weil es sich bei diesen Reaktionen genau um die Dinge handelt, deretwegen Sie um Heilung bitten.
Es ist wahr, der Kurs sagt Dinge wie: „Ärger ist nie gerechtfertigt. Angriff hat keine Basis.“ (T-30.VI.1:1-2). „Fördert dein Lernen Depression statt Freude, so hörst du sicher nicht GOTTES freudigen LEHRER und lernst nicht SEINE Lektionen.“ (T-8..VII.13:2). Wenn wir dieses aber dahingehend interpretieren, wir sollten nie negative Gefühle haben, liegt es nahe, uns selbst als fehlerhaft anzusehen, wenn wir uns schlecht fühlen oder urteilende Gedanken über andere Leute oder Situationen haben. Aber das ist es nicht, was der Kurs wirklich sagt. Er bittet uns, unseren Ärger und unsere Urteile zu hinterfragen. Also, wenn Ärger nie gerechtfertigt ist und ich nicht in der Lage bin, irgendwas zu beurteilen, was mache ich denn jetzt? Entscheide ich mich, dem Weg zu folgen, eine Überzeugung zu heilen, die ich geleugnet oder unterdrückt habe, oder entscheide ich mich, der Einflüsterung des Egos zu folgen, ich sei mit dem Angreifen und Beschuldigen im Recht – mit dem Finger nach außen zu zeigen statt liebevoll nach innen zu gehen? Ärger kann ein wunderbarer Kompass sein, der mich zum nächsten Schritt darin führt, mehr Liebe zu empfinden.
Sie könnten Ärger, Angst und Depression als freundliche Helfer in Ihrem Bestreben betrachten, „die Blockaden zu entfernen, die dich daran hindern, dir der Gegenwart der Liebe, die dein angestammtes Erbe ist, bewusst zu sein.“ (T-Einl. 1.7-8). Es ist dann an uns, das alles zu fühlen und für all das dankbar zu sein.

Frage: Manchmal fühlt sich der Kurs (‚course in miracles‘) wie ein ‚curse in miracles‘ an (ein ‚Fluch in Wundern‘).
Absolut einverstanden! Es hört sich fast gotteslästerlich an, so etwas zu sagen, nicht wahr?! Schon unzählige Male wollten wir dieses Buch in die Ecke werfen. Warum? „Mein Leben hat sich so geändert, verdammt noch mal! Ich bin mir Dinge bewusst, von denen ich mir nicht sicher bin, ob ich mir ihrer überhaupt bewusst werden wollte. Ich sehe meine Muster und was ich durch meine Gedanken erzeugt habe, und doch haben sie sich nicht geändert.“
Wenn unser Denken anfängt sich durch das Studium des Kurses und das Anwenden der Lektionen zu verändern, verlieren immer mehr Dinge, die wir geschätzt haben, an Bedeutung, und wir fühlen uns verloren. Es ist, als ob Sie auf dem einen Trapez schwingend auf ein anderes übergreifen wollen – Sie wissen, dass Sie das eine loslassen müssen, aber das nächste ist noch nicht in Griffweite!
Dieser Prozess lässt sich am besten mit dem Abschnitt 4 aus dem Handbuch für Lehrer beschreiben: „Was sind die typischen Eigenschaften der Lehrer GOTTES“ (H-4). Die erste Eigenschaft ist Vertrauen!
Vertraute Türen schließen sich oder haben sich geschlossen, und wir können nicht zurück. Wir verhandeln und beruhigen uns mit der alten Redensart: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“ Was einem allerdings keiner sagt: „Im Gang dazwischen ist die Hölle.“ Wir möchten Sicherheit und Bestätigung, was sich aber nicht so bald einstellt, weil es anders herum läuft, wie uns der Kurs immer wieder lehrt: „geh voran und lass los“ und „nein, es gibt keine Vorlage oder irgendeine Struktur, die dir sagt, was du tun solltest – Vertrauen ist die Antwort auf alles.“ Das macht Angst – daher „Fluch in Wundern!“. Unser Tipp? Halten Sie durch… bis Sie sich trauen, loszulassen!

Frage: Ein Kurs in Wundern scheint darauf hinauszulaufen, dass es nur um mich geht, dass ich alles erschaffe, was ich erlebe. Ich glaube das nicht!
„An meinem Leben sind andere schuld.“ „Sie haben mir etwas angetan.“ “Wenn sie sich ändern würden, würde alles in Ordnung sein!“ Verstandesmäßig wissen wir, dass es nicht wahr ist, aber zu glauben, es ist wahr, ist eine der größten Versuchungen des Ego. Das Ego liebt das Beschuldigen und ist immer eifrig damit beschäftigt, bei jemand anderem oder irgendwo anders die Schuld zu suchen: „Überall, aber nicht bei mir!“ Beschuldigung setzt voraus, dass irgendetwas falsch ist, aber was ist, wenn alles richtig ist und wir einfach durch unsere eigene einzigartige Folge von Lektionen geführt werden? Vielleicht ist alles, was geschieht, nur, dass wir vergessen haben zu fragen: “wozu dient es und was brauche ich, um zu heilen?“ Byron Katie sagt: „Ein jeder spielt seine Rolle dabei stets vollkommen.“ Das schließt Sie ein.
Auf den Punkt gebracht: Wer ist es, der diesen Konflikt oder diese Unannehmlichkeit erlebt? Doch Sie, nicht wahr? Also, um wen oder was sonst könnte es gehen? Nein, das ist nicht narzisstisch. Es ist nun einmal wahr.

Frage: Manchmal habe ich einfach keine Lust zu vergeben.
In Ordnung. Scott Peck sagte: „Es gibt keine Vergebung ohne erste Beschuldigung.“ Zuerst erschien uns das völlig daneben. Als die Bedeutung aber in uns einsank, begann es, vollkommen Sinn zu machen.
Wenn ich glaube, dass es bei der Vergebung darum geht, einer anderen Person zu vergeben für das, was sie mir angetan hat, verfehle ich den Zweck der Vergebung. Der Zweck all unserer Interaktionen, Erfahrungen und Beziehungen ist, dass wir lernen, zu heilen und letztlich ‚glücklich zu machen‘. „Heilen ist glücklich machen.“ (T-5.Einleitung.1:1). „Aus dem Grund, aus dem ER SEINE Beziehung mit dir schuf, wurde die Funktion von Beziehungen für immer die: »glücklich zu machen«. Und sonst nichts.“ (T-17.IV.1:3-4). Die meisten von uns verletzen andere – namentlich jene, die uns am Herzen liegen – weder willentlich noch bewusst. Jedoch tragen wir alle meisterhaft dazu bei, uns gegenseitig einzuladen, unsere unbewussten Blockaden gegen das Gewahrsein der Gegenwart der Liebe zu heilen.
Wenn etwas geschieht, das Verletzung, Ärger oder Angst hervorruft, und wir einfach in die Vergebung hinüber-springen, weil das ’spirituell korrekt‘ zu sein scheint, entehren wir die Tiefe unseres eigenen Rufs nach Liebe und des Bedürfnisses nach Heilung. Der Zweck von Vergebung ist nicht, sich gegenseitig die Freiheit von Schuld zu bewilligen, sondern das Geschenk in der
Erfahrung für uns selbst zu finden. „Wozu dient dies (Kränkung, Verletzung, Kummer, Beleidigung, Missverständnis, Betrug)?“ Dazu, Licht auf eine Überzeugung zu werfen, die verletzend ist. Diese Person oder Situation ist perfekt für mich erschaffen worden, um mich meine falsche Überzeugung erkennen zu lassen und mir zu helfen, sie zu heilen. Das ist alles, was geschieht, fortwährend.

Frage: Ein Kurs in Wundern wirkt so intellektuell. Was ist mit den mehr gefühlsbetonten, von der rechten Gehirnhälfte bestimmten Menschen?
Der Kurs macht deutlich, dass es nicht viel bringt, den Inhalt intellektuell verstehen zu wollen. Dass wir lernen, wie wir die Funktion der Vergebung ausüben, ist der eigentliche Sinn des Textes. Die Welt braucht nicht mehr Wissen – wir brauchen mehr Verantwortlichkeit und mehr Handeln. Im Handbuch für Lehrer heißt es: „Eine universelle Theologie [spirituelles Verstehen] ist unmöglich, aber eine universelle (spirituelle) Erfahrung ist nicht nur möglich, sondern nötig.“ (B-Einleit.2:5). Einige Wissenschaftler behaupten, dass der Kurs in einer Art ‚geschrieben‘ ist, die beide Hälften des Gehirns gleichzeitig fördert. Wenn Sie die Erfahrung gemacht haben, mehrere Male einen Abschnitt gelesen und sich den Kopf darüber zerbrochen zu haben – dann sind Sie damit nicht allein. Sie mögen auch die Erfahrung gemeinsam haben, dass Sie kaum etwas von dem verstanden haben, was da geschrieben steht, und später dann doch etwas mit jemandem oder in irgendeiner Situation erlebt haben, und auf einmal merken Sie, dass Sie etwas ‚kapieren‘.

Frage: Ich verstehe, was Ein Kurs in Wundern sagt, aber ich glaube es nicht. Wie weiß ich denn, ob es funktioniert?
Haben Sie den Film Finding Nemo (dt. Fassung: Findet Nemo) gesehen? Darin ist Nemos Vater (ein ziemlich ängstlicher Typ) bei seiner Suche nach seinem Sohn auf einen Fisch namens Dorie gestoßen, der ihm hilft. Dorie scheint etwas beschränkt zu sein, aber ihre Philosophie ist wirklich ziemlich tiefsinnig. Dorie und Nemos Vater finden sich im Maul eines Wales wieder und müssen schnell ins Innere, weil der Wal kurz vor dem Blasen steht. Wenn sie das schafften, würden sie dem Wal entkommen. Nemos Vater hängt verzweifelt an den Zähnen des Wales. Dorie ruft: “Du musst einfach nur loslassen!“ Nemos Vater antwortet: „aber woher weißt du, dass das gut geht?“ Dorie ruft zurück: „Ich weiß es niiiicht!“ und fällt. Es ist alles in allem eine Happy-End-Geschichte, also war offensichtlich alles gut, usw. … die kleine Geschichte ist eine bezeichnende Aussage über Nicht-Wissen und die Bedeutung von Vertrauen.
Wenn Sie einen Beweis brauchen, ob der Kurs etwas in Ihrem Leben und dem anderer verändert, folgen Sie den Lektionen. Verpflichten Sie sich ein Jahr oder so, in dem Sie einfach lesen, denken und schauen, was passiert. Alles, was bei Ihrer aufrichtigen Auswertung wieder-holter, stimmiger Erfahrung die Prüfung nicht besteht, ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben ist.
In der Einleitung zum Übungsbuch heißt es: „Denke nur an dies: Du brauchst die Gedanken nicht zu glauben, du brauchst sie nicht anzunehmen, du brauchst sie nicht einmal willkommen zu heißen. Einigen darunter wirst du dich vielleicht aktiv widersetzen. Nichts von alledem spielt eine Rolle. … Du wirst nur gebeten, sie anzuwenden. In ihrer Anwendung „Wenn Sie einen Beweis möchten, ob der Kurs etwas in Ihrem Leben verändert, folgen Sie den Lektionen.“
wird sich dir ihre Bedeutung erschließen, und sie wird dir zeigen, dass sie wahr sind.“ (Ü-Einleitung.9:1-3, 8:4-6).

Frage: Warum ist Ein Kurs in Wundern so schwer in die Praxis umzusetzen?
Der Kurs ist so schwierig zu praktizieren, weil wir Egos haben. Wir alle denken, wir haben Besseres und Wichtigeres zu tun als unseren Geist von allem zu heilen, was nicht Liebe ist. Alle lohnenswerten Dinge erfordern einen gewissen Aufwand an Konzentration und Disziplin. Wenn Sie jemals Ihren Ego-Geist beobachtet haben, werden Sie bemerkt haben, wie er von einem Ziel zum nächsten springt, gerade hat er sich auf eine Sache ‚fixiert‘, die im Leben nicht so gut läuft, und schon taucht die nächste auf – das Ego kann Disziplinierung von Gedanken einfach nicht ertragen. Es attackiert und beschuldigt lieber wahllos andere und sich selbst. Die Anwendung der Kursprinzipien kehrt fast alles um, was zu glauben uns beigebracht wurde, und mit dessen getreuer Praktizierung wir die meiste Zeit unseres Lebens zugebracht haben. Das Problem liegt darin, genügend Disziplin aufzubringen, um eine konsequente Methode des Denkens zu befolgen.
Es gibt nur drei wesentliche Gedanken, die der Kurs uns bittet zu akzeptieren:
1. Das Universum ist freundlich, alle Dinge geschehen für mich, nicht gegen mich (ok … also sag mir schon, dass ich soeben meinen Job verloren habe!);
2. Ich bin ein unschuldiges Kind dieses Universums (dann sollte ich wohl besser beginnen, mich selbst lieben zu lernen); und
3. Du bist es auch (Oje, ich muss deine Unschuld sehen, egal was ist)
Uns diesen drei einfachen Gedanken zu widmen und uns danach auszurichten, ist unbestritten herausfordernd!

Frage: Ein Kurs in Wundern sieht so nach Religion aus!
Stimmt. Immerhin hatten die früheren Ausgaben Normalpapier anstelle des dünnen pergamentartigen Materials, auf dem er jetzt gedruckt ist!
Viele von uns haben negative Erfahrungen mit Religion hinter sich und möchten das nicht noch einmal erleben. Wir sind jedoch spirituelle Wesen, und dieser Geist braucht Pflege. Der Grund, warum sich so viele vom Kurs angezogen fühlen, liegt darin, dass er allumfassend ist. Wenn Sie einer speziellen Religion anhängen, können Sie immer noch von Ein Kurs in Wundern lernen. Er nimmt nichts weg. Und wenn Sie allergisch gegenüber Religion sind, ist er auch hilfreich. Im Kurs wird sehr deutlich, dass er keine andere Religion ist, sondern ein Weg des Denkens. Er basiert auf dem, was allen Religionen zugrunde liegt und wahr ist. Es geht um die Rückkehr zu dem Wissen, dass alles was ist Liebe ist. Wie es in der Einleitung zum Kurs heißt:
„Der Kurs zielt nicht darauf ab, die Bedeutung der Liebe zu lehren, denn das ist jenseits dessen, was gelehrt werden kann. Er zielt vielmehr darauf ab, die Blockaden zu entfernen, die dich daran hindern, dir der Gegenwart der Liebe, die dein angestammtes Erbe ist, bewusst zu sein. Das Gegenteil von Liebe ist Angst, doch was allumfassend ist, kann kein Gegenteil haben.“ (T-Einl.1:6-8)

Frage: Warum ist Ein Kurs in Wundern so schwer zu lesen? Ich kann einen Abschnitt manchmal drei oder vier Mal lesen und weiß immer noch nicht, worum es geht.
Es gibt hierzu eine Reihe von Ansichten. Eine davon ist, dass Helen Schucman eine Shakespeare-Kennerin war, und das wirkte sich eben auf die Wahl der Worte im Kurs aus. Diese Erklärung hat mehr mit Helen als Schreiberin zu tun als mit dem Inhalt des Kurses.
Eine andere Ansicht ist, dass der Kurs nicht dazu gedacht ist, mit der linken Gehirnhälfte verstanden zu werden, die wir dazu benutzen, unsere alte immer gleiche Art des Denkens zu pflegen. Er soll nicht analysiert werden, sondern integriert. Daher ist er so geschrieben, dass unser linksseitiger und egobasierter Geist verwirrt wird, während unsere aufgeschlossenere rechte Gehirnhälfte völlig versteht.
Unser Rat? Geben Sie das Bedürfnis nach rationalen Erklärungen auf, akzeptieren Sie, was Sie verstehen und was Sie nicht verstehen, und vertrauen Sie darauf, dass Sie die Botschaft des Kurses auf einer anderen Ebene integrieren. Sie werden merken, dass Ihr Denken sich unwillkürlich und wunderbarerweise in eine Richtung zu wandeln beginnt, die Sie sich niemals hätten vorstellen können.

Klage 14: Der Kurs ist sexistisch. Es geht um ‚ihn‘, ‚er‘ und ‚Brüder‘. Wo bleibt das Weibliche?
Wenn wir nur über die englische Fassung reden würden, hätten Sie recht (Anm.: für die deutsche Fassung gilt das auch) – die Sprache ist da nicht einschließend. Wir meinen, dass es an der Jüdisch-Christlichen Glaubenslehre liegt, auf die der Kurs abzielt, und die traditionell männlich ausgerichtet ist.
Wir haben festgestellt, dass es in anderen Sprachen Abweichungen im Gebrauch der männlichen Form gibt. Zum Beispiel ist in der niederländischen Übersetzung des Kurses der Heilige Geist männlich, aber Ideen wie Liebe, Unschuld, Freude und Frieden sind alle weiblich.
Gewiss wäre die perfekte Antwort, dass Gott nun einmal keinen Penis hat! Dass es nur Einen gibt, dass es kein Geschlecht gibt; Geschlecht ist eine Illusion, und so weiter. Das scheint zu gehen und eine akzeptable Erklärung für Männer und für einige Frauen zu sein. Andere schaffen sich ihn nicht an.
Ein möglicher Grund könnte auch sein, dass es zu der Zeit, in der der Kurs durchgegeben wurde, Brauch war, von allem und jedem in der männlichen Form zu sprechen. Wäre er zum jetzigen Zeitpunkt durchgegeben worden, wäre wohl die weibliche Form mehr inbegriffen.
Fazit

  • Bedenken Sie, gleich welche Klage Sie vorbringen, der Kurs ist der Mühe wert.
  • Allen diesen Klagen ist gemeinsam, dass sie Ablenkungen sind, statt einfach ans Werk zu gehen.
  • Das Werk heißt Ein Kurs in Wundern, nicht Der Kurs in Wundern. Es gibt viele Wege und dies ist einer. Falls er Sie anspricht, bleiben Sie dran; wenn nicht, macht es auch nichts.

(Übersetzung aus: Miracle Worker, Ausgaben 109 (Nov/Dez 2012) und 110 (Jan/Feb 2013)
Ins Deutsche übertragen von Hans Owesen.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von „Miracle Network in the UK“, das Schüler des ACIM (deutsch: EKIW) seit 1994 unterstützt.
Entnommen aus ihrem Magazin Miracle Worker, Ausgaben 109, Nov./Dez 2012 (Teil 1) und 110, Jan/Feb 2013 (Teil 2).
Siehe www.miracles.org.uk .