Ein Kurs in Wundern – Übungsbuch, Lektion 22

Was ich sehe, ist eine Form von Rache.

1. Der heutige Leitgedanke ist eine treffende Beschreibung der Art und Weise, wie jeder, der Angriffsgedanken in seinem Geist hegt, die Welt sehen muss. Nachdem er seinen Ärger auf die Welt projiziert hat, sieht er, wie die Rache dabei ist, zum Schlag auszuholen. Sein eigener Angriff wird so als Selbstverteidigung wahrgenommen. Das wird zu einem immer schlimmeren Teufelskreis, bis er bereit ist, seine Sichtweise zu verändern. Sonst werden Gedanken des Angriffs und des Gegenangriffs ihn völlig mit Beschlag belegen und seine ganze Welt bevölkern. Welcher Geistesfrieden ist dann noch für ihn möglich?

2. Gerade dieser brutalen Phantasie möchtest du entrinnen. Ist es nicht eine freudige Nachricht, zu hören, dass sie nicht wirklich ist? Ist es nicht eine glück liche Entdeckung, festzustellen, dass du entrinnen kannst? Du hast selber gemacht, was du zerstören möchtest, alles, was du hasst und angreifen und töten möchtest. All das, wovor du Angst hast, existiert nicht.

3. Sieh dir heute die Welt um dich herum mindestens fünfmal an, jedes Mal mindestens eine Minute lang. Während deine Augen langsam von einem Gegenstand zum anderen, von einem Körper zum anderen wandern, sage dir:

Ich sehe nur das Vergängliche.
Ich sehe nichts, was von Dauer ist.
Was ich sehe, ist nicht wirklich.
Was ich sehe, ist eine Form von Rache.

Am Ende jeder Übungszeit frage dich:

Ist das die Welt, die ich wirklich sehen will?

Die Antwort ist sicherlich klar.